Top 5 der erlebnispädagogischen Spiele im Klassenzimmer

Lesedauer ca. 5 Minuten

Erlebnispädagogik ist eine Methode, die auf spielerische und handlungsorientierte Weise das Lernen und die persönliche Entwicklung von Schüler:innen fördert. In einem Klassenzimmer können verschiedene erlebnispädagogische Spiele eingesetzt werden. Erlebnispädagogik (im folgenden Text mit EP abgekürzt) sollte immer in einem vertrauensvollen Setting stattfinden, für welches die Lehrkraft verantwortlich ist. An dieser Stelle habe ich beschrieben, wie sich Lehrer:innen beim Einsatz von EP verhalten sollen, damit der Einsatz von EP gelingt.

EP ist nicht immer mit viel (Material-) Aufwand verbunden, die hier vorgestellte Top 5 kommt mit wenig Material aus. Anders kann es bei EP in der Natur sein, da gibt es wirklich sehr tolle Aufgaben, die umfassend vorbereitet sein müssen. Für EP und Abenteuerspiele empfehle ich dir diese Buchreihe.

Meine Top 5 🏆

1. “Reise nach Jerusalem – reverse”

Es gelten die Regeln von Reise nach Jerusalem, d.h. nicht mehr Bewegen bei Musikstop und alle Teilnehmenden müssen auf die Stühle. Bei der Reverse-Variante muss aber kein Teilnehmender raus, sondern ein Stuhl. Aufgabe der SpielerInnen ist es dann bei jedem Musikstop gemeinsam auf den noch vorhandenen Stühlen Platz zu finden ohne den Boden zu berühren. Gib hierfür Zeit und achte auf die Sicherheit. Natürlich darf hier jede/r Schüler:in, wie bei jeder EP-Aufgabe, die Aufgabe abbrechen, wenn es ihr oder ihm zu schwierig oder zu nah wird. Sanfter Druck aber ist okay 🙂.

(Was braucht’s? Stabile Stühle oder Tücher)

2. Nummern legen

Es werden die Zahlen 1-40 auf den Boden gelegt. Die Schüler:innen müssen sich die Lage der Zahlen einprägen. Sie bekommen fünf Minuten Zeit sich auf eine Taktik zu einigen. Dann werden sie hinausgeschickt, dann dreht die Lehrkaft die Zahlen um. Sie bleiben am exakt gleichen Ort liegen. Dann werden die Teilnehmenden wieder in den Raum geholt und sollen die Zahlen in aufsteigender Reihenfolge aufdecken. Regel: es darf nach Betreten des Raumes nicht mehr gesprochen werden. Sollte es nicht klappen, dürfen die Schüler:innen wieder den Raum verlassen, die Taktik reflektieren und sich gegenseitig unterstützen. Dann gibt es einen neuen Versuch.

( Was braucht’s? 40 DinA4-Blätter mit den Zahlen 1-40 – nicht durchsichtig)

Auf dem Bild siehst du die Nummer 5 gleich mit in einer kleinen Variante)

3. Turmbau

Die Gruppe erhält die Aufgabe einen Turm zu bauen. Dafür stehen und liegen Elemente des Turms aus Holz in einem festgelegte Spielabschnitt aus. Die Schüler:innen (bei dieser Aufgabe können es maximal 24 sein) erhalten jeweils eine Schnur, an deren Ende sich in der Mitte ein Greifer befindet. Die SuS stehen im Kreis und “steuern” den Greifer in der Mitte durch Heben, Ziehen, Loslassen oder Spannen der Schnur alle gemeinsam, um mit ihm die einzelnen Holzelemente zu greifen und zu einem Turm aufzustellen. Diese Aufgabe kann variiert werden durch das Verbieten von Sprechen, der Nummerierung der Elemente oder das Nutzen der “nicht vorrangigen Hand”.

( Was braucht’s? Einen Turm und ordentlich Platz)

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4. Bilderreihenfolge

Um die Kommikation zu fördern und die Schüler:innen in wechselnden Gruppen und Paarungen ins Gespräch zu bringen nutze ich oft die Aufgabe “Zoom”. Sie heißt so, weil das verwendete Buch auch so heißt. Auf keinen Fall darfst du die Aufgabe bei den Schüler:innen aber Zoom nennen, Zoom ist die Lösung 😜.

Die Lehrkraft erklärt die Aufgabe: “Jeder von euch hat nun ein Bild erhalten, betrachtet dieses eingehend und zeigt sie aber niemanden. Eure Aufgabe als Gruppe ist es die Bilder in die sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Ihr dürft euch unterhalten und euer Bild beschreiben. Stellt euch dann in der richtigen Reihenfolge auf, wenn ihr denkt, sie gefunden zu haben. Am Ende zeigen wir uns dann der Reihe nach die Bilder und überprüfen, ob ihr Recht habt.”

Dann händigt sie den Schüler:innen jeweils ein Bild aus und begleitet die Aufgabe zurückhaltend und strukturiert nur, wenn es wirklich sein muss. Überlass den Schüler:innen den Raum eigene Erfahrungen zu sammeln.

( Was braucht’s? Für die günstige DIY-Variante braucht ihr nur ein Laminiergerät, A4-Folien und dieses Buch, welches du dann Seite für Seite fein säuberlich auseinandernimmst und die einzelnen Seiten laminierst)

5. Eisschollenspiel

Es gibt nur einen Weg für die Gruppe über den vereisten See, dafür hat sie 10 (variabel) Minuten Zeit. Vielleicht kennst du die Aufgabe aus dem Tigerentenclub. Der Weg ist in deiner Vorlage mit 4×6, 6×6 oder 8×8 Karos eingezeichnet (je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad). Alle Schüler:innen müssen von einer auf die andere Seite. Es darf immer nur eine Person in dem Eisschollenparcour sein. Wer falsch läuft, der muss wieder auf dem richtigen Weg zurück. Jeder falsche Schritt verursacht Zeitabzug (10 Sekunden). Es darf ab dem Spielstart nicht gesprochen werden. Die Gruppe hat zwei Minuten Vorbereitungszeit, in dieser darf gesprochen werden.

( Was braucht’s? Material: Kreide, Vorlage, Stift, ggf legst du es auch mit einem Seil oder klebst es mit Kreppband)


Zu guter Letzt: Sehr wichtig ist die Reflexion/das gemeinsame Gespräch nach jeder EP-Aufgabe. Die vertrauensvolle Reflexion ist einer der wichtigsten Teile von EP. Nur durch die gemeinsamen Gespräche auf der Metaebene über das Miteinander, das Team, mögliche Lösungen von Herausforderungen und das Schaffen gemeinsamer Wege gelingt der Transfer der Erfahrungen in den gemeinsamen Alltag.

Dein Klassenzimmer muss ein sogenannter safe space sein, in dem sich die Schüler:innen wohl fühlen und sich trauen ehrlich zu sein. Sei immer wertschätzend und kongruent!

Ich wünsche dir viel Spaß beim Einsatz von EP im Klassenzimmer. Lass mich an deinen Erfahrungen teilhaben in den Kommentaren!

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