Leitfaden für die Begleitung von Gruppen in der Erlebnispädagogik

Dein „Werkzeugkoffer“:

1. HALT DICH RAUS. Nicht in den Gruppenprozess eingreifen – außer es besteht Gefahr für Leib und Leben!

2. Die Regeln und die Aufgabe müssen allen SchülerInnen klar sein. Lieber dreimal erklären.

3. Niemand wird (wirklich) gezwungen.

4. Schwierigkeiten bestätigen und zu Herausforderungen erklären. Die Schüler*innen werden durch ein „Das ist richtig, das ist ja auch eine wirklich schwere Aufgabe.“ oder „Mich würde das auch stressen!“ (..) an- und ernst genommen.

5. Keine (LehrerInnen-) Erklärungen und Hilfen, so sehr es auch schwerfällt.

6. Sollte die Aufgabe richtig ins Stocken geraten oder die Herausforderung kann auch nach einer gewissen Zeit und engagierten Versuchen nicht gelöst werden, unterbrich und führe eine Zwischenreflexion durch (Beachte 1, 4+5!) Unterstütze deine SchülerInnen bei der Lösungsfindung (nimm sie ihnen nicht weg!). Das heißt aber nicht, dass du als „HelikopterlehrerIn“ jeden Konflikt sofort kommen siehst und verhinderst. Solltest du das tun, verhinderst du genau die Lern- und Erfahrungsräume, die wir erzeugen wollen.

7. Spiegle bei Konflikten in der Reflexion: „Der ** hat sich da derart mies benommen…!“ Deine Reaktion → „Das war eine wirklich schwierige Situation, das hat dich belastet…“. Führe Auseinandersetzungen stets von der persönlichen zur Sachebene und frage nach möglichen (gemeinsamen) Lösungen.

Die Vergangenheit kann man nicht ändern, sich selbst aber schon, für die Zukunft.

Hans Fallada

8. Die Reflexion muss immer nach der Aufgabe und in einem geschützten Rahmen stattfinden. Die Reflexion nehmen die SchülerInnen vor, du leitest und moderierst. Wie du es fandest, das hat an dieser Stelle keinen Platz. Deine Meinung ist nicht das Wichtigste.

Wichtiger ist, dass du es schaffst, den wichtigen und richtigen Einsichten der SchülerInnen Platz und Raum zu schaffen. Achte auf den roten Faden! Lasse die SchülerInnen nicht abschweifen. Sei bestimmt bei diesem part.

Ich bin mir darüber im Klaren, dass viele dieser Anweisungen insbesondere für lehrende nicht ganz einfach umzusetzen sind. Für das Gelingen von erlebnispädagogischen Einheiten und Abenteuern ist es aber unabdingbar loslassen zu können, ohne es aus der Hand zu geben. Diese nur oberflächliche Widerspruch beschreibt die nötige Stellung von lehrenden in erlebnispädagogischen Einheiten. Die dahinter stehende Haltung kann erlernt werden.

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