Pädagogik des Digitalen

Gestern kamen wir im informellen Kolleg*innen-Schnacken beim Mittagessen während der SMV-Tagung zu genau diesem Thema. Ich muss daher kurz meine Gedanken loswerden.

Unserer gestrigen Arbeitshypothese nach kommen auf zehn Lehrer*innen geschätzt zwei Pädagog*innen. Die restlichen acht sehen wir als Wissensvermittler*innen. Mit Pädagogik als Erziehungswissenschaft haben diese Lehrer*innen nicht viel am Hut. Und damit ist tatsächlich Pädagogik gemeint, nicht, dass man einfach irgendwie mit Menschen umgehen kann oder Inhalte vermitteln kann.

So viele Lehrer*innen, ehemalige Opfer von Wissensvermittler*innen in der eigenen Schulzeit,  werden zu Täter*innen im alltäglichen Betrieb an einer Schule. Die in der eigenen Schulzeit erfahrenen unsinnigen Strafarbeiten wie „Ich darf nicht Kaugummi kauen“ oder „die Klinke von Außen runterdrücken“ werden unreflektiert in der eigenen Arbeit als „Erziehungsmaßnahmen“ eingesetzt. Das dann nicht von Erziehung gesprochen werden kann, dass ist recht eindeutig. Zu sinnlosen Kollektivstrafen habe ich hier etwas geschrieben.

Unser Fazit war, dass wir für die Lehrer*innenausbildung im Vorfeld ein Auswahlverfahren wünschen, welches sich am Auswahlverfahren der pädagogischen Fachseminare in Baden-Württemberg orientiert (Erörterung, praktische Prüfungen, Assesmentcenter und persönliches Gespräch) und mehr pädagogische Inhalte aufweist.

Wenn wir Lehrer*innen anerkennen, dass wir in einer sich rasant verändernden digitalen Gesellschaft leben, dann brauchen wir eine Pädagogik des Digitalen.

Und das sind für viele Wissenvermittler*innen dann zwei Herausforderungen, Pädagogik und digitale Transformation, auf einmal.

Hier habe ich mich gemeinsam mit Anderen Gedanken in einer Session dazu gemacht, wie sich die Bildung aufstellt und aufstellen muss – auch und insbesondere digital.

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