Wissenszuwachs mit Scrum

Häufig begegne ich in Fortbildungen zu Scrum im Unterricht der Frage, ob denn der große Zeitaufwand eines Scrum im Verhältnis zum Wissenszuwachs gerechtfertigt sei. Die Frage bezieht sich auf das abprüfbare inhaltliche Wissen. Ganz konkret gemeint ist, wenn die Lehrkraft Inhalte beispielsweise in Technik über die LED vorträgt und die Schülerinnen und Schüler sie in ihr Heft eintragen, dann könne man doch davon ausgehen, dass mehr in kürzerer Zeit gelernt würde (Passt gut zu “Ich muss doch das Buch fertig bekommen!”).

Das ist nur auf den ersten Blick richtig.

Der erste Blick zeigt dir alles, wie es scheint. 

Der zweite Blick zeigt die alles, wie es ist.

Japanisches Sprichwort

Auf den zweiten Blick kann man erkennen, dass in einer agilen Projektmethode wie Scrum (und anderen wie Geniusweek, Freiday..) der Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit im Team, Kooperation, Kreativität, Ausbau des Problemlöseverhalten, der Zerlegung und Durchführung von Arbeitsaufgaben und Arbeitsprozessen und der eigenverantwortlichen Arbeit und vielem mehr liegt.

Wenn wir nicht nur die 4K der OECD, sondern die 5K oder sogar noch die erweiterten Kompetenzen der 6C’s betrachten, dann bilden wir diese in einem Scrum sehr gut ab. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Scrum (und weiteren agilen Unterrichtsmethoden) nicht nur gerechtfertigt, sondern imho zwingend angebracht.

Die Kritik muss auf die Prüfungsformate zielen, die darauf ausgelegt sind auswendig gelerntes Wissen zu reproduzieren. Sie drehen sich nicht, anders wie beispielsweise die Projektprüfung, um die Zusammenarbeit, das Verhalten, die Kooperation im Team und andere relevante Kompetenzen. Das imho wirklich wichtige Wissen wird in diesen Prüfungsformaten vergessen und ignoriert. Und die Kompetenzen, die größtenteils nicht bewertet werden, sind die Schlüsselkompetenzen in 2020 und danach.

Bild: pixabay unter pixabay license

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