Getroffene Hunde bellen.

Das getroffene Patriarchat jault mal wieder reflexartig auf. Die Werbung wird immer politischer, das gefällt mir gut. Es ist richtig und wichtig, dass sich große Marken sozial- und gesellschaftspolitisch positionieren. Sicher tut das kein Konzern aus Altruismus, er ist getrieben vom Kapital, das tut aber meiner Meinung nach der Message hinter den Spots keinen Abbruch. Die Reaktionen im Netz zeigen, dass es noch viel zu tun gibt.

Letztes Jahr habe ich den Nike-Sport mit Kaepernick und vielen Anderen gefeiert, hat er doch eine immens wichtige Message! „Believe in something“ und „be bigger!“. “It‘s only crazy till you do it!”. Das Kaepernick wegen seines Protestes gegen Polizeigewalt bei der Nationalhymne nicht aufstand, sondern weiterhin kniete, seinen Job in NFL verlor, machte sich Nike für den Werbespot zu nutze und versucht vom Image des Widerstand zu nutznießen. Wie gesagt, nicht altruistisch, aber eine solide Botschaft. Eine Werbeaktion mit Statement.

Der amerikanische Präsident hat das dazu getwittert.
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https://youtu.be/Fq2CvmgoO7I

Hier gab es wütende Proteste im Netz und dem Real Life von Trump-Befürwortern und anderen Gestrigen. Es wurden Nike-Schuhe verbrannt, Socken zerschnitten und zum Boykott aufgerufen.

First the @NFL forces me to choose between my favorite sport and my country. I chose country. Then @Nike forces me to choose between my favorite shoes and my country. Since when did the American Flag and the National Anthem become offensive? pic.twitter.com/4CVQdTHUH4— Sean Clancy (@sclancy79) 3. September 2018

Tweet zum Spot von Nik

Jetzt gibt es einen neuen Aufreger. Gillette hat sich aus der Deckung gewagt und einen Werbespot veröffentlicht, der mit den Gilette-Männern der Vergangenheit abschließt und sich die Frage stellt, ob es nicht um den perfekt rasierten Mann geht, sondern Empathie, (Geschlechter-)Gerechtigkeit und der Einsatz gegen Ungerechtigkeit wichtiger sind. Und die Hater sind wieder am Start.

“Das Böse hat(te) ein Geschlecht: männlich”

Feinste stalinistisch anmutende, stellvertretende Selbstbezichtigung eines Konzerns, der zuvor mit einem Machoimage seine Produkte verkaufte und sich jetzt den Femi-Nazis anbiedert. Nicht cool. 😡 #Gilette— Copernicus124 🇪🇺 (@Copernicus124) 16. Januar 2019

Tweet zu #Gilette
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https://youtu.be/koPmuEyP3a0

Und das Netz eskaliert und fragt: „Have they lost their minds?“. Es treibt die Männer die Frage um, ob denn Männlichkeit auf einmal schlecht sei. Ob man als Mann per se gefährlich oder sexistisch sei. Dieser primitive Reflex widert mich an. Männer, seid das Beste im Mann. Und das Beste im Mann hat viele Gesichter. Nur nicht das der Hater aus dem Netz. Wir haben noch viel zu tun. Und es ist schön zu sehen, dass sich etwas ändert. Bleiben wir dran. Und wenn Spots von großen Konzernen dabei helfen können, warum nicht?

Die Tatsache, dass diese brilliante Kampagne einen derartigen Aufschrei verursacht, zeigt, dass die Diskussion über veraltete Geschlechterrollen im Jahr 2019 anscheinend immernoch wichtig ist.. #Gilette https://t.co/tw1ps3VfEk— Pia J. (@piaja) 15. Januar 2019


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