2025 war ein wildes Jahr. Ich habe zu 2025 ein sehr gutes Bild im Internet gesehen, welches dieses vergangene Jahr am Besten trifft (ich kenne leider die oder den Urheber:in nicht, wenn es jmd weiß, bitte melden):

In der Arbeit in und mit der Schule habe ich deutlicher als in den Jahren zuvor gespürt, wie sehr Fragen von Demokratie, Beteiligung und Haltung den Alltag prägen. Im System, in den Fortbildungen und in der Schule vor Ort ging es oft um ein grundsätzliches Aushandeln und Ausgestalten von Transparenz, Mitbestimmung und pädagogischer Verantwortung. Ich habe mich bewusst eingemischt, Anträge formuliert und Haltung gezeigt – nicht aus prinzipieller Streitlust, sondern aus der Überzeugung heraus, dass das Beamtentum und die Schule ein gelebter demokratischer Raum sein müssen. Der öffentliche Diskurs, die Entwicklung der Auseinandersetzung in der Kommune, in den Schulen, im Land und im persönlichen Gespräch sprechen eine deutliche Sprache. Die Dinge ändern sich. Wohin sie sich ändern, dass können wir noch beeinflussen.
Im Übrigen ist Demokratiebildung und gelebte Demokratie ein Merkmal von Qualitätsentwicklung an den öffentlichen Schulen. Ausgeführt in dem imho zu wenig beachteten Referenzrahmen Schulqualität Baden-Württemberg:

Screenshot von der Webseite des Referenzrahmens
Die Arbeit als Koordinator Demokratiebildung und die Fortbildungen im Bereich SMV sind sehr wertvoll und lassen mich weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken. Auch die Dienstbesprechungen, Fachtage und Fachtage, die ich moderieren oder mit einem Input bereichern durfte, haben mir wiederholt gezeigt: wir sind mehr. Mehr Menschen, die sich engagieren, die kritisch sind, die demokratisch sind, die sich einmischen und mitmischen, die die nicht leise sind. Ich bin mir aber sehr sicher, dass wir nicht aufhören dürfen.
„Du bist aktiver Teil der Gestaltung deiner Umwelt. Du trägst Verantwortung für dich und andere.“
Inhaltlich habe ich meine Arbeit an projektorientiertem, agilem Lernen weitergeführt und zugleich kritisch reflektiert. Methoden wie Thinking Classrooms habe ich nicht ungebrochen gefeiert, sondern an der Realität meiner Lerngruppen gemessen – mit all ihren sprachlichen, sozialen und strukturellen Herausforderungen. Und dann remixt. Mein Aufstiegslehrgang mit Mathematik ist auch für mich persönlich sehr lehrreich und durchaus nicht ohne. Etwas Neues dazuzulernen und sich aus seinem “Trott” und der Komfortzone herauszuwagen ist durchaus herausfordernd, zugleich sehr insipirierend.
Außerhalb der Schule blieb mein Engagement für demokratische Bildung und gesellschaftlichen Dialog aktiv. Der Gedanke, Menschen jenseits klassischer politischer Formate ins Gespräch zu bringen – bei einem Bier, in einer Kneipe, im öffentlichen Raum – hat sich weiter verfestigt und zu „Auf zwei Bier mit“ im MobiPark Laupheim geführt. An fünf Terminen habe ich verschiedene Gäst:innen zu kommunal relevanten Themen empfangen und wir sind gemeinsam mit den Menschen vor Ort ins Gespräch gegangen.
Ab 2026 findet die Reihe im Finnigans in Laupheim statt. Wir dürfen Gräben nicht ignorieren, sondern wir müssen sie besprechbar zu machen. Ich freue mich schon sehr auf meine Gäste. Die Gespräche werden anschließend als Podcast veröffentlicht.


In 2025 habe ich mit wachsender Sorge auf die nationalen und internationalen politische Entwicklungen geblickt und meine Sorge auch artikuliert, in Leserbriefen und auf social media. 2025 war für mich kein Jahr der politischen Neutralität, sondern eines der bewussten Positionierung.

Wenn ich auf 2025 zurückblicke, dann ist das ein Jahr, in dem mir noch bewusster geworden ist, dass pädagogische Arbeit immer auch politische Arbeit ist – ob man das will oder nicht.
Danke für das Beitragsbild von pixabay: https://pixabay.com/de/users/mohamed_hassan-5229782/