Wie erstelle ich eine User Story?

Was sind User Storys? User Storys geben in Scrum dem Team nützliche und wertvolle Informationen über das zu erstellende Lernprodukt aus Nutzer:innensicht, also aus der Sicht Dritter. Die Nutzer:innen-Geschichten werden in der agilen Arbeit viel verwendet um die (Scrum) Teams dabei zu unterstützen das bestmögliche Produkt herstellen zu können. Mehr Informationen und Sichtweisen auf ein Produkt helfen dabei. Eine User Story ist immer kurz gehalten und einfach formuliert.

Die User Storys erhalten die Schüler:innen mit ihrem Product backlog, in dem das Lernprodukt/das Produkt von euch festgelegt wurde.

Schüler:innen (und alle anderen Developer:innen, z.B. in Scrum Teams in Schulentwicklungsprozessen) können diverse Zusatzinformationen aus den User Storys zu ihrer Aufgabe (und darüber hinaus) ableiten.

Wer sind die User? Die Nutzer:innen können im Bildungskontext viele sein:

  • Schüler:innen
  • Lehrer:innen
  • Eltern
  • Sozialarbeiter:innen
  • Kooperationspartner:innen
  • usw. (Alle am Schulleben Beteiligten)

Und natürlich resultieren aus den unterschiedlichen Rollen der Nutzer:innen ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen an das Produkt/das Ergebnis. Eine Schüler:in hat beispielsweise einen ganz anderen Blick und andere Erwartungen an die Gestaltung eines Außengeländes wie eine Lehrkraft.

Eine User Story hat immer den gleichen Aufbau:

Als <XY>: Wer ist unsere Zielgruppe? Wer wird das Lernprodukt (z.B. das ebook lesen) verwenden oder betrachten? Aus wessen Sicht könnte eine Bewertung des Produkts erfolgen?

<möchte>: Was ist die Erwartung/der Wunsch der/des User:in? Welchen Zweck soll das Lernprodukt haben? (<möchte> = <brauche> = <wünsche> …)

<random>: Hier setzen wir ein, welche Funktion die User:innen sich erwarten.

<damit>: Welchen Nutzen bringt das den Nutzer:innen? Warum haben sie diese Erwartung, diesen Wunsch?

Das Erstellen einer User Story dient einerseits also der Weitergabe von zusätzlichen wichtigen Informationen an die Scrum Teams, anderseits verhilft sie uns bei der Erstellung des backlog zur empathischen Übernahme der Sicht Dritter auf das Produkt. Damit meine ich, dass es bei der Formulierung des backlog (und des Lern-/Zielprodukts) sehr hilfreich sein kann sich in die Rolle der Nutzer:innen zu begeben. 

Weitere Beispiele für User Storys im Bildungskontext:

Als Lehrer:in wünsche ich mir selbst erstellte Skizzen mit goodnotes damit ich nachvollziehen kann, dass die Zeichnungen selbst erstellt wurden.

Als Leser:in möchte ich ein E-Book über den Weg der Schwabenkinder, damit ich mehr darüber erfahren kann, warum es sie gab.

Als Schüler:in möchte ich in Ruhe arbeiten können, damit ich mich auf meine Aufgaben konzentrieren kann.

Eine gute Hilfe kann dieses tolle online-tool sein:


Übung:

Deine Schule möchte das Außengelände neu anlegen. Der Pausenhof kann neugestaltet werden. Es stehen drei Bäume auf ihm, es gibt eine freie Betonwand ohne Fenster.

Formuliere User Storys aus mindestens drei möglichen Nutzer:innen-Gruppen.


In einem fortgeschrittenen Stadium der Arbeit mit Scrum können die Informationen in den User Storys auch Grundlage für eine Änderung des Product backlog sein. Zum Beispiel könnte eine User Story, in der eine “zeitgemäße Präsentationsform“ gewünscht wird, Anlass für die Änderung des Produkts EBook zu TikTok-Videos sein. Dann würde die/der Product Owner:in auf euch, die stakeholder (Lehrkraft), zukommen und euch die geplante Änderung vorstellen. Ihr müsst als Auftraggeber:in dann nur zustimmen (oder begründet ablehnen).

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