Durch Vernetzung out of the box

Wissensvermittlung in Häppchen, serviert von Servicekräften, die zum Teil noch nie die Welt außerhalb des Restaurant gesehen haben. Serviert in zeitlich begrenzten Fenster, in denen oftmals nach Karte serviert wird und nicht nach dem Geschmack der Gäste.

Bildung ist vor Allem eine Frage der Vision und der Haltung. Ich habe mit großem Interesse das Interview mit Andreas Schleicher im Capital gelesen.

Er sagt dort: “Wir sollten nicht nur lehren und lernen, wie Naturwissenschaftler zu denken, sondern auch wie Philosophen, wie Historiker zu denken. Das sind die Dinge, die Schülern in Deutschland schwerfallen.“

Ich bin der Meinung, dass wir auch so leben sollten. Wir sollten vorleben, wie wir kreativ, demokratisch und ethisch verantwortlich zusammenleben können. Lehren und Lernen geschieht auf der Grundlage einer funktionierenden Beziehung, getragen durch Fachwissen und eine Haltung, die jenseits des tradierten System sein sollte. Wir denken zu wenig zukunftsgewandt, das System ist darauf ausgerichtet reproduzierbare Ergebnisse erzielen. „Wir sind immer besser darin, die Kinder für unsere Vergangenheit zu bilden, als für deren Zukunft.“, so Andreas Schleicher. Unser Bildungssystem ist gut darin abprüfbare Inhalte zu lehren und abzurufen um sie zu überprüfen. Wir sollten uns von Dingen lösen, die nicht relevant für die Zukunft sind, so Schleicher. Ich stimme uneingeschränkt zu. 

Was ist relevant für die Zukunft? Die allseits bekannten Kompetenzen der Kreativität, der Kommunikation, des kritischen Denkens und der Kollaboration sind für die Zukunft sehr wichtig. Und es geht nicht ohne Wissen. Spannend ist, wie Kolleginnen und Kollegen dieses notwendige Wissen vermitteln können, wollen und werden. Und hier liegt bereits der Hund begraben. Immer noch werden zu wenig Projekte durchgeführt, viel zu selten können Lernende sich mit Themen auseinandersetzen, die sie interessieren, es gibt zu wenig Freiräume an der Schule. Wir oft höre ich, dass man mit dem Buch noch durchkommen müsse. Eigentlich unfassbar. Warum nicht jeden Freitag freistellen um in sechs Stunden ein Jahresprojekt durchzuführen, welches die Lernenden am Ende des Jahres präsentieren? Warum nicht Freiarbeit im Unterricht, in dem die Lernenden sich eigenverantwortlich in einer vorbereiteten Umgebung einem selbst gewählten Thema zuwenden? 

Dieser vielbeschworene Tellerrand sollte ein für alle Mal verlassen werden. Warum aber dieses „think out of the box“ nicht funktioniert ist die gleiche Wirkungsweise, weshalb ausgewachsene Elefanten sich nicht von einer dünnen Wäscheleine losreißen. Sie hatten zuvor die Erfahrung gemacht, dass sie (als sie jung waren) an dicke Seile gebunden waren. Bleibt eigentlich nur die Möglichkeit durch Angst oder einen Schock sich loszureissen. Bei langsam zunehmender Gefahr ziehen sie sich zurück und verharren lethargisch bis es zu spät ist.

Dieses Bild lässt sich so auf das Bildungssystem übertragen. Man kann die Möglichkeiten gar nicht erkennen, die es gibt, man steckt in der Box und sieht nicht raus. Einzig funktioniert es aus der Box rauszukommen, wenn man sich anderen mitteilt.

Also lasst uns uns noch mehr austauschen, vernetzen und miteinander reden und diskutieren.

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