Muss ich mich vorbereiten?

Ich war im Skischullandheim im Allgäu. Aus früheren Aufenthalten kenne ich die Allgäuer Originale bereits, echte kongruente kantige Typen mit eigenen Meinungen, die sie gerade heraus äußern und vertreten. Wir saßen gemütlich im Lehrerzimmer im großen Holzhaus auf der Alm und sprachen über Greta Thunberg und die Bedrohung der Welt und des Zusammenlebens durch die Klimaveränderung.

Die interessanteste Diskussion entwickelte sich zum Thema der sogenannten Prepper. Die Bezeichung Prepper stammt von to be prepared, bereit zu sein, wenn eine Katastrophe eintritt. Prepper bereiten sich mit Vorräten, dem Bau von Schutzräumen, dem Vorhalten von entsprechendem Werkzeug oder Waffen vor. Wir haben darüber gesprochen, welche Ereignisse denn zu einer Katastrophe führen können und es sind uns viele eingefallen. Hier eine interessante Doku von ZDFinfo.

Laut Bundesregierung bricht nach zwei Tagen ohne Strom die öffentliche Sicherheit zusammen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine Broschüre veröffentlicht, in der es heißt: „Nehmen Sie sich die Zeit über Ihre persönliche Notfallplanung nachzudenken.“

Der Allgäuer, mit dem ich sprach, ist ein im Leben stehender Enddreißiger. Er lebt im Einklang mit sich und der Umwelt. Er kennt die Bauern des Allgäu und hat Kenntnisse der Natur. Waffen brauche es erst einmal nicht, wenn etwas passiert. Dann müsse man sich intelligent wegducken und leise wegschleichen. Er selbst würde in die Wälder gehen. In den Städten sei es dann zu gefährlich, hier auf der Alm würde es erst einmal gutgehen. Er habe aber auch schon überlegt Bogenschiessen zu lernen.

Wir haben viel darüber diskutiert, welche Maßnahmen mit einer eigenen Familie mit Kindern die richtigen wäre. Bewaffnung führt nicht zwangsweise zu Sicherheit, kann sie aber durchaus begünstigen. Weg von den Ballungszentren zu gehen und bewaffnet zu sein wäre kein Fehler, da waren wir uns einig.

Das menschliche Verhalten führt unweigerlich zu einer vielleicht globalen Katastrophe. Das ließe sich abwenden, ich glaube aber nicht, dass das klappen wird – selbst wenn alle wollten. Der Kapitalismus, dieses niemals satte Monster, wird nicht weichen. Es wird immer genug Menschen geben, die das nicht durchschauen oder denen es schlicht egal ist. Diejenigen, die in Mad Max die Bösen sind, diejenigen, die für den eigenen Vorteil über Leichen gehen würden. Der Mensch ist des Menschen Feind.

Wie stellt man sich nun diesen Menschen entgegen, wenn es soweit ist. Und was tun mit dem Gedanken, dass es eventuell soweit kommen wird? Wird es in meinem Leben dazu kommen? Werde ich meine Kinder beschützen müssen? Wie bin ich auf diese Eventualität vorbereitet?

Stephen Emmott hat in seinem Buch „10 Milliarden“ eine einfache und klare Antwort auf den Umgang mit der kommenden Katastrophe. Er bringt seinem Sohn das Schießen bei. Das ist kein schöner Gedanke.

Die Diskussionen zu diesem Thema enden immer unbefriedigend. Jedesmal bleibt ein schlechtes Gefühl, das Gefühl nicht angemessen vorbereitet zu sein. Innerlich rede ich mich dann raus mit dem Gedanken, dass die öffentliche Sicherheit keine Privatsache ist, sondern die Sache der Polizei und anderer Institutionen.

Was aber, wenn die nicht da sind?

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