Rosenkrieg? Wenn Eltern schwierig werden.

Das Eltern Lehrer inzwischen sogar verklagen, sich einmischen in den Schulalltag indem sie Klassenarbeiten als zu schwer titulieren oder schlicht und einfach ihre Kinder aus dem normalen Miteinander rausnehmen, beispielsweise durch das nicht geben einer Zustimmung zur Veröffentlichung eines gemeinsam erstellten Videos oder das unnötige Ausstellen einer Entschuldigung für den Sportunterricht, scheint ja schon normal zu sein. Wenn man sich in den Lehrerzimmern umhört, dann kommen Eltern oft nicht gut weg. Sehr häufig hört man die Klage, dass die Erziehungsberechtigten die Anliegen der Schule nicht unterstützen würden. Häufig berichten Lehrerinnen und Lehrer von Torpedierung ihrer pädagogischen Bemühungen durch einzelne Eltern. Bei Kinder- und Jugendspielen beim Fußball gibt es inzwischen sogar Aufsteller, die die Eltern auffordern sich sozial angemessen zu verhalten und beispielsweise Schiedsrichterentscheidungen akzeptieren. Mit dem Hinweis darauf, dass es ja um ihre Kinder ginge, ein gelungenes Beispiel findet sich hier.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass meine Eltern klipp und klar dem folgten was die Schule forderte. Und ich als Kind oder Jugendlicher hatte mich danach zu richten. Heute scheint es bei Einigen eine Art Reflex zu sein erst einmal zumindest kritisch und dann aus Prinzip dagegen zu sein.

Michael Winterhoff führt in seinem Buch “Warum unsere Kinder Tyrannen werden” treffend aus, dass eines der Hauptprobleme die falsch verstandene Beziehung zu den eigenen Kindern auf Augenhöhe ist. Eine partnerschaftliche Erziehung kann nicht gelingen, eine demokratische aber schon.
Der falsche Ansatz der partnerschaftlichen Erziehung, welche aus der Kompensation eigener unerfüllter Bedürfnisse und Unzufriedenheit der Erwachsenen genährt wird, führt zu einer fatalen Solidarisierung der Erziehungsberechtigten mit ihren Kindern gegen die Institution Schule.

Richtig wäre vielmehr eine gesunde Kooperation der Erziehungsberechtigten und der Schule. Und selbstverständlich hat in einer Kooperation das Platz, was die Schülerinnen und Schüler in der Schule lernen sollen: kritisches Denken.

Fatal ist diese falsch verstandene Solidarität der Eltern mit ihren Kindern gegen die Institution Schule noch in einer anderen Hinsicht. Sie lebt den Kindern antidemokratisches Verhalten vor. Wir gegen die ist genau das Gegenteil von Gemeinschaft. Und eine Demokratie besteht aus Gemeinschaft.

Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden. Man kann anderer Meinung sein und dies auch äußern. Man kann Fragen stellen und wird Antworten und Erklärungen erhalten. Ein Miteinander lässt Unterschiedlichkeiten zu. Es muss aber zwingend ein Miteinander und kein Gegeneinander sein. Nur dann kann Schule gelingen.

Bild: www.pixabay.com CCO-Lizenz

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