Unser Geld, das Fiatgeld
Team-Aufgabe👱🧑🦰🧑🏼🦱👱🏽
Lies dir in Einzelarbeit den gesamten Blogtext durch. Dann wirst du Expert:in für deinen Abschnitt, mache dir Notizen. Dafür hast du 15 Minuten Zeit. Anschließend trefft ihr euch im Team, erklärt euch gegenseitig euren Abschnitt und füllt dann gemeinsam das Arbeitsblatt aus (15 Minuten).
Schüler:in 1: Warum heißt unser Geld eigentlich „Fiat“?
Der Begriff Fiatgeld klingt im ersten Moment nach einer Automarke, hat damit aber gar nichts zu tun. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Es werde“ oder „Es geschehe“. Das beschreibt genau, wie unser heutiger Euro oder der US-Dollar entstehen: Ein Staat oder eine Zentralbank sagt einfach: „Dieses Papier hier ist ab sofort 50 Euro wert.“
Das Geld hat also keinen eigenen Materialwert, wie es zum Beispiel ein Goldklumpen hätte, den man einschmelzen könnte. Es ist reines Vertrauensgeld. Es funktioniert nur deshalb, weil wir alle daran glauben, dass wir morgen beim Bäcker für diesen Schein noch Brötchen bekommen. Der Wert wird also per Gesetz „befohlen“.
Schüler:in 2: Als Geld noch aus Gold war
Das war jedoch nicht immer so. Früher war das Geldwesen viel strenger durch den sogenannten Goldstandard geregelt. Das bedeutete, dass jeder Geldschein, der gedruckt wurde, durch echtes Gold in den Tresoren der Banken gedeckt sein musste. Wenn du damals mit einem Geldschein zur Bank gegangen wärst, hättest du theoretisch verlangen können, dass sie dir dafür echtes Gold aushändigen. Das gab den Menschen eine enorme Sicherheit, denn die Regierung konnte nicht einfach unbegrenzt neues Geld drucken – sie musste ja erst einmal neues Gold finden oder kaufen, um das Geld abzusichern.
Schüler:in 3: Der Wendepunkt war der Vietnamkrieg und der „Nixon-Schock“
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der US-Dollar die wichtigste Währung der Welt. Die USA hatten allen Ländern versprochen: „Für alle 35 Dollar, die ihr uns bringt, geben wir euch eine Unze echtes Gold.“ Doch in den 1960er-Jahren geriet dieses System ins Wanken. Die USA brauchten für den teuren Vietnamkrieg und neue Sozialprogramme im Inland riesige Summen. Da sie nicht genug Gold hatten, druckten sie einfach mehr Dollar-Scheine, als sie eigentlich durch Gold absichern konnten.
Das blieb anderen Ländern wie Frankreich nicht verborgen. Sie wurden misstrauisch und wollten ihr Vertrauen in den Dollar nicht länger aufrechterhalten. Frankreich schickte sogar Schiffe voller Dollarscheine über den Atlantik, um sie in echtes Gold umzutauschen. Die Goldreserven der USA schmolzen innerhalb weniger Jahre von über 20.000 Tonnen auf nur noch etwa 8.000 Tonnen dahin.
Präsident Richard Nixon stand mit dem Rücken zur Wand: Hätte er weiter Gold ausgezahlt, wäre Amerika pleitegegangen. Hätte er aufgehört, Geld zu drucken, hätte er den Krieg nicht mehr finanzieren können. Am 15. August 1971 zog er deshalb die Reißleine. In einer Fernsehrede verkündete er den sogenannten „Nixon-Schock“: Er schloss das „Goldfenster“ und erklärte, dass der Dollar ab sofort nicht mehr in Gold umgetauscht werden kann. Er nannte das damals „vorübergehend“ – doch diese Entscheidung hält bis heute an.
Schüler:in 4: Die Ära des reinen Vertrauens beginnt
Mit diesem Schritt war die Verbindung zwischen Papiergeld und echtem Gold endgültig gekappt. Seit diesem Tag ist fast jedes Geld auf der Welt ein reines Fiatgeld. Die „Bremse“ durch das Gold ist weg. Das gibt Staaten zwar die Freiheit, in Krisen schnell Geld zu erschaffen, führt aber auch dazu, dass unser Geld immer mehr an Wert verliert, wenn die Menge zu stark vermehrt wird. Heute hängt der Wert deines Ersparten also nicht mehr an einem Tresor voll Gold, sondern allein an dem Vertrauen, dass die Regierung und die Banken vorsichtig mit der Geldmenge umgehen.
Schüler:in 4: Wenn das Geld „schmilzt“: Das Problem der Inflation
Da unser Geld heute nicht mehr an Gold gebunden ist, können Zentralbanken theoretisch unbegrenzt neue Scheine drucken oder digitales Geld erschaffen. Das klingt erst einmal gut, hat aber einen Haken: die Inflation. Stell dir vor, die Menge an Waren (wie Handys, Pizza oder Fahrräder) bleibt gleich, aber plötzlich ist doppelt so viel Geld im Umlauf. Was passiert? Die Preise steigen, weil das einzelne Geldstück seltener und damit weniger wertvoll ist.
Man kann sich das wie eine versteckte Steuer vorstellen. Wenn die Inflation zum Beispiel bei 5% liegt, kannst du dir für deine 100 Euro im nächsten Jahr nur noch Dinge kaufen, die heute 95 Euro kosten. Dein Geld „schmilzt“ also langsam weg, obwohl die Zahl auf deinem Konto gleich bleibt.
Das ist der Hauptgrund, warum Kritiker das heutige Fiatgeld-System gefährlich finden: Es gibt keine feste Grenze. Bitcoin-Anhänger sagen deshalb, dass wir wieder eine Art „digitales Gold“ brauchen – also ein Geld, das man nicht einfach vermehren kann, damit unser Erspartes seinen Wert behält.
Aufgabe: Füllt nun das Arbeitsblatt Geld - von Gold zu Vertrauen_Arbeitsblatt gemeinsam aus.
Die Persona Satoshi
Das Geheimnis um Satoshi Nakamoto und die Cypherpunks
Arbeitsauftrag: Bildet eine 3er- oder 4er-Gruppe und legt als „Sonderkommission“ ein Akten-Dossier an. Ihr müsst ein Plakat gestalten, die wie eine Ermittlungsakte aufgebaut ist. Lest den den Text und legt folgende drei "Ermittlungs-Akten" an:
Profil „Satoshi Nakamoto“: Wer ist das? (Pseudonym, Gruppe oder Einzelperson?). Was ist das Besondere an seinem Verhalten? (Verschwinden, Verzicht auf Milliarden). Warum war sein Untertauchen der wichtigste Sicherheitsfaktor für Bitcoin?
Die Bewegung „Die Cypherpunks“: Wer sind sie? Woher kommt der Name? Wovor hatten sie in den 1980ern Angst (Überwachung) und was war ihr großes Ziel? (Anonymes, digitales Bargeld).
Die Tatzeit „Finanzkrise 2008“: Warum schlug Bitcoins Erfindung genau 2008 ein wie eine Bombe? Was lief damals im normalen Bankensystem schief?

📖 Hinter Bitcoin steckt kein normales Unternehmen mit einem Chef oder einem gläsernen Bürogebäude. Stattdessen gibt es nur ein Pseudonym: Satoshi Nakamoto (oben ist die Statue zu seinen Ehren in Lugano zu sehen). Bis heute weiß niemand, wer sich dahinter verbirgt – ob es ein einzelner genialer Programmierer war oder eine ganze Gruppe. Dass Satoshi nach der Erfindung von Bitcoin einfach verschwand, war für das Projekt überlebenswichtig. Ohne ein bekanntes Gesicht gibt es nämlich keinen Angriffspunkt für Staaten oder Banken, um das System unter Druck zu setzen oder zu stoppen. Da es keinen „Boss“ gibt, gehört Bitcoin niemandem und gleichzeitig jedem, der es nutzt. Das ist eine Art Basisdemokratie für Geld. Besonders beeindruckend ist, dass Satoshi auf den eigenen Reichtum verzichtet hat: Auf dem Konto der Erfinder-Persona liegen Bitcoins im Wert von vielen Milliarden Euro, die seit über 15 Jahren nicht angerührt wurden. Es ging also nie um Profit, sondern um eine Idee.
Diese Idee stammt aus einer ganz besonderen Bewegung, den sogenannten Cypherpunks. Der Name setzt sich aus den Wörtern für Verschlüsselung (Cipher) und Punk zusammen. Diese Gruppe von Informatikern und Aktivisten kämpfte schon seit den 1980er-Jahren für die Freiheit im Internet. Sie hatten Angst, dass das digitale Netz zu einem Ort der totalen Überwachung wird, an dem jede E-Mail und jeder Einkauf von Regierungen kontrolliert werden kann. Ihr Motto lautete daher, dass man die Freiheit mit mathematischem Code schützen muss. Sie wollten Verschlüsselung für alle zugänglich machen und ein „digitales Bargeld“ erschaffen, das so anonym funktioniert wie eine Münze, die man jemandem auf der Straße zusteckt. Lange Zeit scheiterten sie daran, weil digitale Währungen immer eine Firma im Hintergrund brauchten, die alles kontrolliert.
Bitcoin war schließlich der Durchbruch, den die Cypherpunks jahrzehntelang gesucht hatten. Satoshi Nakamoto veröffentlichte den Plan für Bitcoin genau in der Zeit der großen Weltfinanzkrise 2008, als viele Menschen ihr Vertrauen in Banken und den Staat verloren hatten. Die politische Ansage hinter Bitcoin war klar: Die Menschen sollten die Macht über ihr Geld zurückbekommen. In unserem normalen Alltag entscheiden wenige Leute in den Zentralbanken darüber, wie viel Geld gedruckt wird, was zu Inflation führen kann. Bitcoin hingegen ist auf 21 Millionen Stück begrenzt und lässt sich nicht von Politikern vermehren oder von Banken sperren. Damit stellt Bitcoin eine große gesellschaftliche Frage: Ist es eine Bereicherung für uns alle, wenn Geld nicht mehr einem Staat gehört, sondern rein auf Mathematik und einem öffentlichen Code basiert? Es ist ein Experiment, das uns dazu zwingt, darüber nachzudenken, wie fair unser aktuelles Finanzsystem eigentlich ist.
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Geld im Wandel: Die Kryptowährung Bitcoin
Bitcoin: Die Antwort auf das Problem der Inflation
Wie wir gelernt haben, ist das große Problem des Fiatgeldes, dass es unbegrenzt vermehrt werden kann. Die Cypherpunks und Satoshi Nakamoto wollten ein System schaffen, das genau das verhindert. Aber wie funktioniert das ohne eine Bank?
Digitale Knappheit: Warum es nicht mehr als 21 Millionen gibt
Bei einer Datei auf deinem Computer, zum Beispiel einem Foto, ist es einfach: Du kannst sie kopieren und hundertmal verschicken. Bei Geld darf das nicht passieren, sonst wäre es sofort wertlos. Bitcoin ist die erste Erfindung der Menschheit, die im Internet echte Knappheit erzeugt.
Satoshi Nakamoto hat im Programmcode von Bitcoin festgeschrieben, dass es niemals mehr als 21 Millionen Bitcoins geben wird. Diese Regel kann niemand ändern – kein Präsident, kein König und auch keine Bank. Während Staaten also immer mehr Euro oder Dollar drucken können, bleibt die Menge an Bitcoin starr begrenzt. Genau deshalb wird Bitcoin oft als „digitales Gold“ bezeichnet: Es ist selten und kann nicht künstlich vermehrt werden.
Die Blockchain: Ein Kassenbuch, das jeder sehen kann
Wenn es keine Bank gibt, die aufpasst, wer wie viel Geld hat – wer macht es dann? Die Lösung heißt Blockchain. Stell dir ein riesiges, digitales Kassenbuch vor, in dem jede einzelne Bitcoin-Überweisung aufgeschrieben wird.
Dieses Kassenbuch liegt aber nicht in einem Tresor, sondern Kopien davon liegen auf Tausenden Computern weltweit verteilt. Wenn du jemandem Bitcoin schickst, prüfen all diese Computer gleichzeitig, ob du die Bitcoins auch wirklich hast. Weil so viele Augen darauf schauen, ist es fast unmöglich, das System zu betrügen oder eine Zahlung doppelt auszugeben.
Die Macht der Dezentralität
Das Wichtigste an dieser Technik ist: Es gibt keinen Hauptschalter. Wenn eine Regierung eine Bank schließen will, kann sie das tun. Aber sie kann nicht das Internet löschen oder Tausende Computer gleichzeitig weltweit abschalten. Bitcoin ist deshalb zensurresistent. Das bedeutet, niemand kann dir verbieten, dein Geld zu benutzen oder dein Konto einfach „einfrieren“, weil ihm deine politische Meinung nicht passt.
Für die Cypherpunks war das der entscheidende Punkt: Freiheit durch Mathematik. Anstatt darauf zu vertrauen, dass Menschen (Politiker und Banker) keine Fehler machen, vertraut man bei Bitcoin auf einen unbestechlichen Code, der für alle auf der Welt nach den gleichen Regeln spielt.
🤿 Hier gehts zum deep dive zum Vergleich Fiatgeld und Bitcoin (Podcast)
Wie funktioniert Bitcoin?
Einzelarbeit: Jetzt einmal genauer nachgeschaut. Wie geht das denn? Sieh dir zum Einstieg dieses Video an und notiere dir die Antworten auf diese Fragen, dafür hast du 10 Minuten Zeit. Triff dich dann mit einem Buddy und gleicht eure Antworten ab (10 Minuten).
Was benötigt man als Erstes im Internet, um mit Bitcoins bezahlen zu können, und womit vergleicht Armin Maiwald dies?
Was können andere Nutzer im Bitcoin-Netzwerk sehen, wenn du etwas kaufst, und was bleibt im Gegensatz dazu völlig geheim?
Wohin wird die Zahlungsanweisung geschickt (statt zu einer Bank) und was prüft der „Kontrolleur“ im ersten Schritt?
Was passiert mit den Kontoständen von Käufer und Verkäufer, nachdem die Prüfung erfolgreich war, und wie lange wird diese Information festgehalten?
Womit ist das digitale Portemonnaie gesichert und warum ist es so wichtig, sich diesen Zugangscode gut aufzuschreiben?
Information : Satoshis: Die „Cents“ des Bitcoin-Systems
Genau wie ein Euro in 100 Cent unterteilt wird, kann man auch einen Bitcoin in viel kleinere Teile zerlegen. Da ein ganzer Bitcoin für die meisten Menschen viel zu teuer ist, rechnet man im Alltag oft in Satoshis (kurz: Sats), benannt nach dem Erfinder Satoshi Nakamoto.
Die Umrechnung:
Ein einziger Bitcoin besteht aus 100.000.000 (einhundert Millionen) Satoshis.
| Bitcoin (BTC) | Satoshis (Sats) | Vergleichbar mit... |
| 1,00000000 | 100.000.000 | Einem ganzen Goldbarren. |
| 0,01000000 | 1.000.000 | Einem größeren Geldschein. |
| 0,00010000 | 10.000 | Einem Kinobesuch mit Popcorn. |
| 0,00000100 | 100 | Einem Kaugummi am Automaten. |
| 0,00000001 | 1 | Der kleinsten Einheit (wie 1 Cent). |
Warum ist das für die Bitaxe wichtig?
Wenn deine Bitaxe im Pool arbeitet, wirst du sehen, dass dein Guthaben in Satoshis wächst. Es sind vielleicht am Anfang nur ein paar hundert oder tausend Sats. Das Schöne daran: Da die Menge an Bitcoin auf 21 Millionen begrenzt ist, hoffen viele darauf, dass ein einzelner Satoshi in der Zukunft viel mehr wert sein könnte als heute.
Das Mining & die Hardware Bitaxe
Was ist Bitcoin-Mining?
Stell dir vor, es gäbe einen riesigen, digitalen Tresor, der mit einem Zahlenschloss gesichert ist. Wer die richtige Zahlenkombination zuerst errät, darf die nächste Seite im Kassenbuch schreiben und bekommt zur Belohnung ein paar neue Bitcoins.
Da es keinen Bankchef gibt, übernehmen das weltweit tausende Computer. Dieses „Raten“ der Zahl nennt man Mining (Schürfen). Es ist aber keine körperliche Arbeit wie im Goldbergbau, sondern reine Rechenleistung.
Die Computer lösen extrem komplizierte mathematische Rätsel. Wer das Rätsel zuerst löst, darf den nächsten „Block“ (eine Sammlung von Überweisungen) an die Kette (Blockchain) hängen.
Das kostet viel Strom, sorgt aber dafür, dass niemand das System hacken kann. Man bräuchte nämlich mehr Rechenpower als das halbe Internet, um die Regeln zu manipulieren.
Warum macht man das?
Miner machen das nicht aus Spaß. Sie bekommen für ihre Arbeit zwei Dinge:
Den Block-Reward: Ganz neue Bitcoins, die frisch erschaffen werden.
Transaktionsgebühren: Eine kleine Belohnung von jedem, der gerade Geld verschickt hat.
Die Hardware: Was ist eine „Bitaxe“?
Früher konnte man Bitcoin noch mit einem ganz normalen Laptop minen. Heute ist das Rätsel so schwer geworden, dass man spezialisierte Hochleistungsrechner braucht (sogenannte ASICs). Diese sind meistens laut, teuer und verbrauchen so viel Strom wie ein ganzer Haushalt.
Hier kommt die Bitaxe ins Spiel.

Die Bitaxe ist ein kleiner, handlicher Open-Source-Miner. Sie sieht fast aus wie ein kleiner Taschenrechner oder ein technisches Spielzeug, hat aber einen echten Mining-Chip eingebaut.
Warum nutzt man eine Bitaxe? Gemeinsam stärker: Mining-Pools und das Projekt Sunhash
Da eine einzelne Bitaxe allein nur eine sehr geringe Chance hat, ein Rätsel vor den riesigen Rechenzentren in Island oder den USA zu lösen, gibt es einen Trick: den Mining-Pool. Man kann sich das wie eine Tippgemeinschaft beim Lotto vorstellen. Viele kleine Miner auf der ganzen Welt verbinden ihre Rechenleistung über das Internet zu einem großen Team. Wenn irgendjemand aus diesem Team das Rätsel löst, wird die Belohnung (die Bitcoins) fair unter allen aufgeteilt – je nachdem, wie viel Rechenarbeit jeder beigesteuert hat. So verdient man mit der Bitaxe zwar keine ganzen Bitcoins, aber immerhin regelmäßig ein paar Satoshis (das sind die „Cents“ des Bitcoin-Systems).
Ein besonders spannendes Beispiel dafür ist das NWT-Projekt Sunhash. Hier wird die Idee noch weitergedacht: Man nutzt überschüssigen Strom von der eigenen Solaranlage auf dem Dach, um die Bitaxe zu betreiben.
Anstatt den Strom billig ins Netz zu verschenken, verwandelt man Sonnenlicht direkt in digitales Geld. Das Projekt Sunhash zeigt, wie Mining sogar umweltfreundlich sein kann, indem es Energie nutzt, die sonst ungenutzt bleiben würde.
Oder die „Lotto“-Chance: Die Bitaxe ist alleine viel zu schwach, um regelmäßig Bitcoins zu verdienen. Aber: Sie läuft in der Hoffnung auf einen „Solo-Block“. Das ist wie ein Lottoschein, der 24 Stunden am Tag läuft. Wenn dieser kleine Chip durch Zufall das Rätsel vor allen riesigen Serverfarmen löst, gewinnt der Besitzer die gesamte Belohnung eines Blocks (aktuell 3,125 Bitcoin – das sind über 150.000 Euro).
Technisches zum Bitaxe:
Modell: Bitaxe Gamma
Herzstück: Ein hocheffizienter ASIC-Chip (bekannt aus den großen Industrie-Minern).
Verbrauch: Nur ca. 15 Watt (weniger als eine alte Glühbirne!).
Rechenleistung (Hashrate): Ca. 1,2 Terahash pro Sekunde (1.200.000.000.000 Runden Hashing pro Sekunde).
Die Energiequelle: Photovoltaik (PV)
Wie fangen wir die Sonne ein? Damit unsere Bitaxe völlig kostenlos und umweltfreundlich nach Satoshis schürfen kann, nutzen wir die Kraft der Sonne. Unser eigenes kleines Solarkraftwerk besteht aus drei Hauptkomponenten, die perfekt zusammenarbeiten müssen:
1. Die 900W Solar-Paneele (Die Erzeuger) Die Platten auf dem Dach bestehen aus Silizium-Zellen. Trifft das Sonnenlicht darauf, werden Elektronen in Bewegung gesetzt – es entsteht elektrischer Gleichstrom. Unsere Anlage kann bei voller Sonne bis zu 900 Watt Leistung erzeugen. Warum so viel, wenn die Bitaxe nur 15 Watt braucht? Ganz einfach: Die Sonne scheint nicht 24 Stunden am Tag. Wir müssen am Tag so viel Überschuss erzeugen, dass wir auch schlechte Stunden überstehen.
2. Der Victron Laderegler (Das Gehirn) Der Strom von den Solarplatten kann stark schwanken – mal zieht eine Wolke durch, mal brennt die Mittagssonne. Die Batterie direkt daran anzuschließen, wäre gefährlich. Hier kommt der Victron MPPT-Laderegler ins Spiel. Er wandelt die schwankende Spannung der Solarplatten blitzschnell so um, dass die Batterie immer perfekt und sicher geladen wird. Das „MPPT“ steht für „Maximum Power Point Tracking“: Der Regler sucht sekündlich nach dem Punkt, an dem er die meiste Energie aus den Platten herausholen kann.
3. Der LiFePO4-Akku (Der Speicher) Damit die Bitaxe auch nachts weiterrechnen kann, speichern wir den Sonnenstrom des Tages. Wir nutzen dafür eine moderne Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LiFePO4) mit einer Kapazität von 100 Amperestunden (Ah). Diese Technik hat zwei riesige Vorteile für unsere Schule: Sie ist extrem sicher (kann im Gegensatz zu alten Akkus nicht brennen) und hält viele tausend Ladezyklen durch, ohne kaputtzugehen.
Das Prinzip der Inselanlage Das Besondere an unserem Aufbau: Es ist eine reine Inselanlage (Off-Grid). Das bedeutet, wir sind mit keinem Kabel an das normale Stromnetz der Schule angeschlossen. Unser System ist zu 100 % autark. Wenn die Sonne scheint, füttert sie die Bitaxe und füllt den Akku. Ist der Akku voll, nutzen wir die reine, überschüssige Energie der Natur zur digitalen Wertschöpfung.
